Round Table

Round Table ist ein Serviceclub mit deutschlandweit rund 3.500 Mitgliedern, die an über 220 örtlichen Clubs, sog. „Tischen“, organisiert sind. Weltweit hat Round Table mehr als 40.000 Mitglieder in über 70 Ländern.

Entstanden ist Round Table aus dem Geist des englischen Clublebens. Die Mitgliedschaft endet automatisch mit der Vollendung des 40. Lebensjahrs – so ist ein permanenter Zufluss von neuen Ideen gesichert.

Kern der Round Table-DNA ist der Dienst an der Allgemeinheit. Wir packen an, wo Politik und soziale Einrichtungen an Grenzen stoßen. Mach mit!

Wie Round Table nach Deutschland kam

Am 19. Januar 1898 erblickte in Norwich / England Erminio Gugliemo Luigi (Louis) Marchesi, Sohn Schweizer Eltern, das Licht der Welt. Wie in der britischen Chronik nachzulesen ist, sprach Louis im Jahr 1926 als jüngstes Mitglied im Rotary Club Norwich über das Thema Jugend und Geschäftswelt. Er erläuterte dabei die Notwendigkeit, einen weltweiten Club mit Altersgrenze für junge Unternehmer zu gründen. Die ausgearbeiteten ,,rules and regulations“ hatte er da schon zur Hand. Am 22. November 1926 gründete er zusammen mit einigen Freunden einen neuen Verein: ,,Junior section for sons of master bakers in Norwich“ (Verein junger Söhne der Meisterbäcker von Norwich). Dieser Club war beschränkt auf Berufstätige und Geschäftsleute im Alter von 18 bis 40 Jahre, die ihre Berufsqualifikation vorweisen mussten.

Beim zweiten Treffen, am 4. Januar 1927 ging es um Vorschläge für den Namen dieses neuen Clubs. Ein kluger Kopf dieser Runde wird wie folgt zitiert:
,,Sitting round this table, and not being able to find a suitable name
meens ridiculous (Um diesen runden Tisch zu sitzen und nicht fähig zu sein einen geeigneten Namen zu finden, erscheint mir geradezu lächerlich).“ Der Name blieb: Round Table (RT).

Am 21. Februar 1927, England litt unter einer schweren wirtschaftlichen Krise, eröffnetet der Prinz of Wales eine Wirtschaftsmesse in London. Der Rede des späteren Königs
Edward VII sind die drei Leitworte von Round Table ,,adopt – adapt – improve“ entnommen. Der Prinz of Wales forderte damit junge, im Arbeitsleben stehende Männer auf, sich um einen runden Tisch zu setzen und Dinge, die sich in der Vergangenheit bewährt haben, anzunehmen (adopt), den Gegebenheiten dieser Zeit anzupassen (adapt) und, wann immer es möglich ist, zu verbessern (improve).

An gleichem Tage trafen sich die jungen Meisterbäcker zum dritten Mal. Sie hatten die Rede des Prince of Wales im Rundfunk verfolgt und beschlossen, die bekannten drei Forderungen „adopt – adapt – improve“ in ihre Sitzungsglocke eingravieren zu lassen. Am 14. März 1927 hoben dann 30 Männer den Club ,,Round Table No. 1 Norwich“ offiziell aus der Taufe – ein Meilenstein in der Organisation von Round Table. Noch heute gilt der 19. Januar 1898, der Geburtstag des Gründers Marchesi, in britischen Tablerkreisen als ,,Mark’s Day“.

Erst Jahre später wurde die legendäre Tafel der Artusrunde in Winchester Castle aus dem 13. Jahrhundert zum international bekannten RT-Symbol: Die Tafelrunde in abgewandelter Farbgebung, mit König Arthur und 24 Felder, in der Mitte die rote Rose der Tudors.

Im Jahr 1936 schaffte die junge Bewegung Round Table dann den Sprung über den Kanal. Zunächst nach Dänemark, 1943 Schweden, 1946 Holland, 1947 Norwegen, 1948 Finnland, 1949 Belgien, 1950 Frankreich und 1951 Schweiz folgte 1952 schließlich die Gründung in Deutschland.

Nach Gründung der ersten Tische in Hamburg (RT 1), Bremen (RT 2) und Düsseldorf (RT 3) wurde am 10. Mai 1954 in Hamburg die nationale Organisation Round Table Deutschland (RTD) gegründet.

Es folgte der vierte deutsche Tisch, ebenfalls in Hamburg und schließlich RT 5 Berlin. Damit war die Voraussetzung geschaffen, dass RTD 1956 in Versailles als Vollmitglied in Round Table International aufgenommen wurden.